DGFP-Kongress und Messe am 8. und 9. Juni in Wiesbaden – erste Eindrücke

Personalmanagement und Führung sind nach der Wirtschafts- und Finanzkrise verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Davon zeigte sich beispielsweise Stefan Lauer, Arbeitsdirektor der Lufthansa, beim DGFP-Kongress in Wiesbaden überzeugt. Talentmanagement, Work-Life-Balance und Führungskräfteentwicklung zählen für ihn zu den wichtigsten zukünftigen Themenfeldern.

Diese Einschätzung bestätigte sich auch in unseren Gesprächen, die wir an unserem Stand, insbesondere nach den Referaten von Werner Sauter zur Personalentwicklung der Zukunft, mit Personalentwicklern und Trainern geführt haben. Die Unternehmen benötigen für diese aktuellen Herausforderungen kompetenzorientierte Lernlösungen, die sich nicht nur auf die Vermittlung von Wissen und Qualifikation beschränken, sondern selbstorganisierte Kompetenz-Lernprozesse in der Praxis und in realen Projekten ermöglichen. Diese „Ermöglichungsdidaktik“ basiert auf der Erkenntnis, dass Kompetenzen nicht vermittelt werden können. Diese können nur durch die Lerner selbst entwickelt und verinnerlicht werden, wenn sie konkrete Herausforderungen am Arbeitsplatz oder in Kundengesprächen bearbeiten und lösen. Die Unternehmen können es sich aber dann nicht leisten, diese Kompetenzentwicklungsprozesse dem Zufall zu überlassen. Sie benötigen eine Lernkonzeption die Kompetenzziele anstrebt.

Diese Lernkonzeptionen erfordern eine Lernkultur, die durch die Selbstorganisation der Lerner geprägt ist. Deshalb ist es konsequent, dass auch die Wissensvermittlung und Qualifizierung selbstgesteuert im Rahmen eines Blended Learning Konzeptes erfolgt. Präsenzseminare sind in diesem Ansatz der Rahmen, in dem die Lerner eigene Lösungen, Erfahrungen und Fragen einbringen und mit Ihrem Trainer oder Experten bearbeiten. Es bietet sich damit an, formelles Lernen im Rahmen von E-Learning mit Web 1.0-Kommunikationsinstrumenten mit dem Austausch von Erfahrungswissen mittels Web 2.0-Kommunikationsinstrumenten wie Blogs und Wikis (Social Software) zu kombinieren.

Diese Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen einer aktuellen Befragung von Bildungsexperten. Methoden, welche eigenverantwortliches und selbstorganisiertes Lernen in begrenzten Netzwerken ermöglichen, sind gemäß MMB Learning Delphi 2010 weiter auf dem Vormarsch:

  1. Blended Learning 91 %
  2. Learner Communities/Social Networks allgemein 84 %
  3. Web Based Trainings 82 %

Als besonders wichtig stellt die Studie heraus:

  1. die Transferförderlichkeit von Bildungsmaßnahmen,
  2. die Förderung überfachlicher Kompetenzen wie Sozial-/Teamkompetenzen, Gesprächsführung; Selbstlernkompetenzen, personalisierte Wissenszugänge,
  3. die Kompetenzförderung durch Communities of Practice und Coaching

Diese innovativen Lernkonzeptionen bedeuten einen Paradigmenwechsel gegenüber traditionellen Bildungskonzepten. Die Rollen aller Beteiligten wandeln sich fundamental, die Lerner gestalten ihre Lernprozesse innerhalb des vorgegeben Rahmen weitgehend selbst. Für Ihre Kompetenzentwicklung definieren Sie ihre Lernziele und -wege in Abstimmung mit Ihrem Trainer oder Führungskraft selbst. Die Trainer entwickeln sich zu Lernbegleitern, die diese Lernprozesse moderieren, tutoriell unterstützen und die Entwicklung der Praxislösungen coachen. Deshalb benötigen Unternehmen, die diesen Weg gehen, einen Veränderungsprozess.

Für die Entwicklung von Lösungen für den Personalentwicklungsbedarf der Zukunft bietet es sich deshalb, mit einem Kompetenzentwicklungsprozess für die Trainer und Personalentwickler zu beginnen, in dem sie innovative Lernprozesse mit all ihren Elementen als Lerner selbst erleben. Parallel entwickeln sie in einem individuellen Praxisprojekt ihre eigene Blended Learning Lösung für ein Lernmaßnahme, die sie bisher als Seminar durchgeführt haben. Ihre Entwicklungsschritte tauschen sie mit ihren Kollegen (Lernpartnern) und dem begleitenden experten über Projektblogs oder in Wikis aus. Damit erhalten sie ein fundiertes Feedback zu ihren Überlegungen, die sie in ihre Lernlösungen einfliessen lassen können. Gleichzeitig entwickelt sich im Trainerteam ein gemeinsames Verständnis für die neue Lernkonzeption.

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