Wie bringt man Entscheider dazu, sich für innovative Lernsysteme zu entscheiden?

Die Entscheidungen für innovative Lernsysteme, z.B. E-Learning, Blended Learning oder Kompetenzentwicklung, ziehen sich in vielen Unternehmen quälend lange hin. Dabei stehen meist nicht finanzielle Gründe im Vordergrund. Mein Eindruck ist, dass Entscheider häufig die Sorge haben, dass dieses Vorhaben ein Misserfolg wird. Es fehlt an eigenen Erfahrungen. Wie wird die Trainermannschaft darauf reagieren? Werden die Lerner das Konzept tatsächlich annehmen? Bildungsanbieter befürchten drüber hinaus, dass sich weniger Lerner anmelden.

Teilweise behilft man sich in den Unternehmen mit Umfragen bei den potenziellen Zielgruppen. Sofern diese noch keine Erfahrungen mit E-Learning oder ähnlichen Systemen gemacht haben, ist das ablehnende Ergebnis von vorhersehbar. Was hätte wohl eine Befragung im Jahr 1980 erbracht, bei der man feststellen wollte, ob die Menschen einen Bedarf für einen Personalcomputer zuhause haben würden? Selbst die Experten konnten sich damals nicht vorstellen, dass dies Sinn machen könnte. Wie sollen die Mitarbeiter oder Kunden heute den Bedarf für ein Lernsystem einschätzen, das sie meist nur vom Hörensagen kennen?

Deshalb ist es in diesem Fall notwendig, im Unternehmen zunächst die Gelegenheit zu schaffen, Erfahrungen mit innovativen Lernsystem in einem positiven Umfeld zu sammeln. Es hat sich bewährt, mit einem Pilotprojekt zu beginnen, das mit relativ geringem finanziellem Aufwand umgesetzt werden kann. Deshalb bietet es sich an, sich zunächst auf ein Lernkonzept mit Standard-Inhalten und sogenannten ASP-Lösungen (Application Service Providing) für das Learning Management System zu stützen. In diesem Fall wird auf einem Rechner eines Anbieters von Lerninhalten ein eigener Kursraum für die Pilot-Lerngruppe, im Erscheinungsbild des jeweiligen Unternehmens und mit den ausgewählten WBT (Web Based Trainings), eingerichtet. Die Teilnehmer aus dem Unternehmen benötigen lediglich einen Internetanschluss. Langwierige Diskussionen mit dem IT-Bereich über Learning Management Systeme erübrigen sich.

Sucht man sich jetzt noch eine Pilotgruppe aus, bei der ein Mindestmaß an Risikobereitschaft und Freude am Neuen zu erwarten ist, und nutzt man die Erfahrung eines kompetenten Trainers und Tutor, sind die Chancen für einen Erfolg sehr hoch. Mit diesem ersten Projekt erhalten die Entscheider nunmehr authentisches Erfahrungswissen aus dem eigenen Hause. Damit bilden sie sich eine relativ sichere Entscheidungsbasis für weitere Projekte. Im Rahmen der internen Öffentlichkeitsarbeit kann man damit beginnen, schrittweise Akzeptanz für diese Lernkonzepte aufzubauen.

Die Kosten solcher Pilotprojekte sind nicht höher als bei klassischen Seminaren, da man grundsätzlich davon ausgehen kann, dass man mit etwa einem Drittel der Präsenztage auskommt. Die Nutzung der Lerninfrastruktur und der Lernprogramme kostet meist weniger als die eingesparten Seminartage. Trotzdem muss das Unternehmen keine Lernlösung von der Stange nutzen. Die Inhalte der Standard-Lernprogramme können in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess auf die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden. In das Blended Learning Konzept können Experten aus dem eigenen Hause integriert werden. Diese beantworten in den Workshops Fragen der Teilnehmer, z.B. aus ihrer Projektarbeit heraus, die in einem „Themenspeicher“ gesammelt werden. Damit werden sehr praxisnahe und unternehmensspezifische Lernkonzeptionen ermöglicht.

Ich kann Sie nur ermuntern, diesen Weg zu gehen. Sammeln Sie auf diese Weise eigene Erfahrungen und schaffen Sie damit die Basis für unternehmensspezifische Lernlösungen. Wir würden uns freuen, wenn Sei mit uns darüber sprechen würden.

Ihr

Werner Sauter

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