Fernunterricht – einmal anders

Das DISC – Distance and Independent Study Center – an der TU Kaiserslautern ist ein besonderer Fernstudienanbieter, der sich durch seine didaktisch-methodische Konzeption wohltuend aus dem sonstigen „Einheitsbrei“ der Fernstudienanbieter mit ihrer simplen Methodik aus Studienbriefen und Einsendeaufgaben abhebt. Dies ist vor allem auf ihren Spiritus Rector Prof. Dr. Rolf Arnold zurückzuführen, dem wir den Begriff der „Ermöglichungsdidaktik“ verdanken.

Arnold geht davon aus, dass die Menschen in unserer „wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft“ lernen müssen, mit ungesicherten Situationen und Problemstellungen umgehen zu können. Weiterhin ist es im digitalen Zeitalter mit den neuen Bildungstechnologien nicht mehr notwendig, sich an einem Ort zu versammeln, um sich Wissen im Präsenzunterricht anzueignen. Die kostbaren „Kontaktzeiten“ mit Lehrkräften und Mitlernenden können vielmehr dazu genutzt werden, komplexere Erfahrungen mit sich selbst und im Umgang mit anderen Menschen zu sammeln, darüber zu reflektieren und neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Also ein klares Bekenntnis zu Blended Learning in unserem Verständnis, wie wir es auch in der betrieblichen Bildung umsetzen.

Die „Lehrenden“ wandeln nach Arnold ihre Rolle. Sie eröffnen den Lernern Zugänge zu Wissensquellen und zu Lernlandschaften und begleiten die Lernenden auf ihrem Weg der Suche, Erprobung und Aneignung.

Arnold fordert, dass wir in der Bildung über die Grenzen gehen, wobei diese nur in unserem Kopf sind, weil wir teilweise über Jahrzehnte Lehr- und Lernroutinen verfestigt haben, die wir nur langsam abbauen können. Er prognostiziert, dass sich die Bildungsangebote durchsetzen werden, die ihren Lernern sowohl Angebote im Bereich des Distance-Learning, unter Nutzung von E-Learning,  als auch des Präsenzlernens anbieten werden. Erst diese Blended Learning Arrangements werden ein Lifelong-Learning ermöglichen.

Das Vorbereitungslernen hat sich nach Arnold als vorherrschendes Konzept erschöpft. Es kommt vielmehr darauf an, Kompetenzen dann zu entwickeln, wenn sie benötigt werden. Die Fähigkeit zur Selbstführung und zum Selbstlernen steht dabei im Vordergrund.

Vergleicht man diese Grundsätze mit der Realität der überwiegenden Zahl der Fernstudienanbieter, dann zeigen sich sehr große Gräben. Es ist offensichtlich doch zu verlockend, gut nachgefragte Bildungslösungen unverändert anzubieten, auch wider besseren Wissens.

Gleichzeitig geben diese Einschätzungen von Arnold wertvolle Anregungen für unsere betriebliche Bildungsarbeit. Aber auch hier stehen diesen schlüssigen Erkenntnissen viele liebgewonnen Gewohnheiten und Barrieren entgegen.

Ihr

Werner Sauter

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Ein Gedanke zu “Fernunterricht – einmal anders

  1. offenbar hat der Verfasser des Textes bislang noch kein Fernstudium bei diesem Anbieter besonderen Art belegt. Er müsste sonst erfahrungsbasiert feststellen, dass dort “ Einheitsbrei“ in Reinkultur praktiziert wird. Rhetorik ist dass eine, wer hinter die vollmundigen Sprueche schaut, sieht eine eher trostlose Wirklichkeit. Moderenes Fernstudium sieht nun wirklich anders aus!

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