Die Osterhasenpädagogen vermehren sich weiter

Vergangene Woche war ich als Referent in einem Workshop mit bayerischen Lehrern zum Thema „Selbstgesteuertes Lernen in digitalen Lernräumen“ eingeladen. Insgesamt ein sehr spannendes Programm, das durch eine kompetente Tagungsleitung erstellt wurde, und engagierte Teilnehmer, die ihre Ferientage opferten. Dies hat mir zunächst die Hoffnung gegeben, dass sich in unseren Schulen nun doch über alle Schularten hinweg die dringend notwendigen Veränderungen zeigen.

Die Ernüchterung kehrte dann in den informellen Gesprächen rasch zurück. Rigide Vorgaben einer Kultusbürokratie ohne pädagogische Kompetenz, der Druck durch PISA, Wissensaufbau und Üben von Fertigkeiten zu forcieren, und ein Ausbildungssystem für Lehrer, das sich offensichtlich in den letzten siebzig Jahren kaum verändert hat. Schockiert hat mich, dass wohl in den Studienseminaren immer noch die fragend-entwickelnde Unterrichtsmethodik, von Diethelm Wahl treffend als Osterhasenpädagogik bezeichnet, vermittelt wird, obwohl viele Studien belegen, dass dieser Ansatz völlig unsinnig ist. Führt er doch meist dazu, dass das Frage-Antwort-Spiel mit wenigen Schülern durchgeführt wird, während ein großer Teil überfordert, ein anderer Teil unterfordert wird. Schließlich differiert die Lerngeschwindigkeit junger Lerner mit dem Faktor 1 zu 9. Außerdem verführt diese Methode dazu, sich als Lehrer nur noch bedingt vorzubereiten, weil einem mit etwas Routine schon die passenden Fragen einfallen. Ich kann mich erinnern, dass wir schon in meiner Referendarzeit, die immerhin schon vierzig Jahre zurück liegt, uns immer wieder die Frage gestellt haben, ob unsere Fachleiter nach ihrer Kompetenz ausgewählt wurden, oder weil man die Schüler vor ihnen schützen musste.

Das gleiche Phänomen, an althergebrachten Methoden in der Bildung festzuhalten, obwohl ihre Ineffektivität vielfach nachgewiesen wurde, beobachten wir auch im betrieblichen Kontext. Warum schicken Unternehmen Ihre Mitarbeiter immer noch massenweise in Seminare, obwohl sie sich mit weniger als 10 % in der Praxisumsetzung niederschlagen? Warum orientieren sich betriebliche Bildungsbereiche weiterhin an Wissenszielen, anstatt sich an Kompetenzzielen auszurichten? Warum wird nicht versucht, den Bereich des informellen Lernens, das schließlich bis zu 90 % des betrieblichen Lernens ausmacht, zu optimieren? …

Wir wollen Sie dabei unterstützen, die Verkrustungen im Bildungsbereich aufzubrechen, indem wir Ihnen die Möglichkeiten bieten, mit Kollegen und im Austausch mit unseren Experten folgende Fragen, jeweils bezogen auf Ihren Verantwortungsbereich, zu bearbeiten:

  • Welche Veränderungen sind im Bildungsbereich meines Unternehmens notwendig und möglich und wie kann der erforderliche Entwicklungs- und Implementierungsprozess erfolgreich gestaltet und gesteuert werden?
  • Wie können Kompetenzen gemessen werden?
  • Wie entwickeln meine MitarbeiterInnen individuelle Kompetenzziele?
  • Wie kann der Ermöglichungsrahmen für Workplace Learning gestaltet und laufend optimiert werden?
  • Wie kann der Austausch von Erfahrungswissen zwischen KollegInnen und PartnerInnen optimiert werden?
  • Wie können die individuellen Lernprozesse meiner MitarbeiterInnen optimal begleitet werden?
  • Welche Lerninfrastruktur ist für meinen Bedarf richtig?

Wir haben in unserem Workshop am 22. Mai 2014 in Wien bereits eine erfreulich große Anmeldungszahl. Nutzen Sie die Möglichkeit, noch einen der wenigen offenen Plätze zu reservieren.

Mehr Informationen unter http://www.blended-solutions.de/sites/default/files/BSO_Workshop_Den%20Kompetenzwettbewerb_gewinnen_Mai14.pdf

 

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