Neu: Handbuch Kompetenzentwicklung im Netz. Bausteine einer neuen Bildungswelt – Hrsg. John Erpenbeck & Werner Sauter

Neu: Handbuch Kompetenzentwicklung im Netz. Bausteine einer neuen Bildungswelt – Hrsg. John Erpenbeck & Werner Sauter

In dieser Woche ist unser neues Handbuch erschienen, in dem 40 Bildungsexperten aus allen Bereichen innovativer Lernsysteme die wesentlichen Aspekte der aktuellen Lernrevolution erörtern. Mit diesem Herausgeberband wollen wir dazu beitragen, die notwendigen Veränderungsprozesse zur Kompetenzentwicklung im Netz in Gesellschaft, Schule, Hochschule, bei überbetrieblichen Bildungsanbietern und in den Unternehmen mit zu initiieren. Deshalb haben wir ein Autorenteam aus Wissenschaftlern und Praktikern zusammen geführt, das die verschiedenen Aspekte der Entwicklungen in den verschiedenen Lernbereichen zukunftsorientiert und kompetent beleuchtet.

Abgesehen vom alltäglichen, privaten Austausch von Informationen über Telefon, Mail, Messenger, Computer und Clouds, der natürlich massiv zur Kompetenzentwicklung der Austauschenden beiträgt, geht es in den Texten unseres Handbuchs nach einführenden Beiträgen vor allem um folgende Aspekte:

  • Kompetenzen: Was wird in den drei Bereichen unter Kompetenzen, insbesondere unter digitalen Kompetenzen verstanden, wie werden Kompetenzentwicklungsprozesse bereichsspezifisch geführt?
  • Computer und Netze: Welche Arten von Computern und Netzen kommen in den drei Bereichen zum Einsatz, wo gibt es Widerstände bei der Einführung?
  • Gehirn: Welche spezifischen Leistungen des Gehirns sind bei der Entwicklung individueller Kompetenzen gefordert, welche Schlussfolgerungen lassen sich aus der modernen Hirnforschung dafür und für die Entwicklung humanoider Computer (vgl. Erpenbeck, J. & Sauter, W. 2013; 2015a), für den Lernpartner Computer, ziehen?

Das hier vorliegende Handbuch ist entsprechend den drei großen Kompetenzentwicklungs-bereichen Schule, Hochschule und Unternehmen sowie den einführenden Beiträgen in vier Hauptabschnitte unterteilt. In jedem dieser Abschnitte finden sich Beiträge, die auf einen oder auf mehrere der Schwerpunkte Kompetenzen, Computer oder Gehirn eingehen.

Ziele und Aufbau des Handbuches

Dieses Werk basiert auf der Erkenntnis, dass die Zukunft in der betrieblichen Arbeits- und Lernwelt schon begonnen hat. 2015 gingen gerade einmal 20 Prozent der gesamten Wertschöpfung in der Wirtschaft auf digitale Geschäftsmodelle zurück. 2020 werden es 80 Prozent sein (Jäger 2015). Dies hat tiefgreifende Konsequenzen für die betriebliche Bildung.

Die heutige Gesellschaft wird zunehmend durch Soziale Netzwerke geprägt, die von allen Altersschichten genutzt werden. Es wächst eine Generation heran, die tagtäglich eine große Vielfalt insbesondere digitaler Medien nutzt und ihre Kompetenzen – keineswegs nur die Medienkompetenzen! – dabei und damit entwickelt. Haushalte in Deutschland, in denen Jugendliche aufwachsen, weisen bei Computern, Mobiltelefonen und Internetzugang heute nahezu eine Vollausstattung aus. Wir dürfen uns deshalb nicht wundern, wenn die heutigen Kinder und Jugendlichen später im Studium oder Berufsleben wie selbstverständlich auch im Netz lernen und ihre Kompetenzen entwickeln wollen.

Der Bildungsbereich ist ein Spiegelbild der Lebens- und Arbeitswelt . Wenn die Lerner auf ihre zukünftigen Herausforderungen vorbereitet werden sollen, dann müssen Lernformen, Kommunikationsmöglichkeiten und Medien dem aktuellen Umfeld entsprechen, im besten Fall sogar die Zukunft in diesem Bereich vorwegnehmen.

Künftiges Lernen ist vor allem selbstorganisierte Kompetenzentwicklung und findet fraglos in und mit dem Netz statt – Das Netz ist einer der wichtigsten sozialen Räume künftiger Kompetenzentwicklung. Dieser Paradigmenwechsel stellt vieles in Frage, was die heutigen Bildungssysteme in Schule, Hochschule und in den Unternehmen prägt. Es gibt aber keine Alternative dazu, wenn Deutschland – und Europa – wettbewerbsfähig bleiben soll. Und es ist möglich, wenn ein politischer Wille vorhanden ist.

Grundlagenteil

Die Konsequenzen der Entwicklung humanoider Computer, neuer Internetechnologien und der zunehmenden Computerisierung der Alltagswelt durch das sogenannte „Internet der Dinge für die zukünftigen Arbeits- und Lernwelten analysiert Prof. Dr. Joachim Hasebrook. Die Vision des Computers als persönlicher Lernpartner und Denkwerkzeug, sogar als Lebenspartner, rückt immer näher. Der Trend geht von der Interaktion zur Integration von Computersystemen. Die exponentielle Zunahme von Informationen, Virtuelle Realität oder Augmented Reality erfordern neue Kompetenzen der Lerner.

Prof. Dr. Joachim Niemeier analysiert die Konsequenzen der Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft. Die digitale Transformation der Wirtschaft, der Arbeitswelt und der Gesellschaft ist in vollem Gange und wird auch zukünftig unsere Welt verändern. Wenige Bereichs unseres Lebens, unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft werden von der Digitalisierung unberührt bleiben. Damit werden neuer Herangehensweisen an Wertschöpfungsprozesse und Geschäftsmodelle eröffnet. Der Bildungsbereich bekommt dadurch eine Schlüsselrolle, der die Rahmenbedingungen dafür schafft, dass Arbeiten in der digitalisierten Arbeitswelt zum Lernen wird.

Das Lernen im 21. Jahrhundert verändert sich grundlegend, das Netz entwickelt sich zur Lern-Infrastruktur, postuliert Simon Dückert. Die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts ist dadurch geprägt, dass das Netz zu einer der größten Lernmöglichkeiten wird. Deshalb sind Twitter, Youtube oder Google Suche zu den wichtigsten Lern-Werkzeugen zu rechnen. Soziale Netzwerke, Online-Foren, oder Wikis prägen zunehmend die internen (Enterprise 2.0) als auch die externen Lern-Netzwerke (Web 2.0). Die Lerner benötigen neue Lern-Strategien.

Kompetenzen können nicht entwickelt oder gar erzeugt werden, ihre Reifung kann aber gefördert werden. Kompetenzentwicklung, insbesondere mit digitalen Medien, erfordert deshalb einen Paradigmenwechsel von einer „Belehrungsdiaktik“ zu einer „Ermöglichungsdidaktik“. Der Beitrag von Prof. Dr. Rolf Arnold verfolgt das Ziel, zunächst ermöglichungsdidaktische Kriterien einer gelingenden Kompetenzreifung zu diskutieren. Wir benötigen Räume für selbstbestimmtes Lernen und eine reflexive Bildungsstrategie, der es darum geht, die Selbstlern- und Selbstführungskompetenzen der Lernenden zu stärken. Es zeigt sich eine Entwicklung von der Individualpädagogik über die Ermöglichungsdidaktik zur Singularitätsdidaktik, die durch eine Veränderung der Richtung der Teilnehmerorientierung sowie eine gewandelte Funktion des Mediums im Lernprozess gekennzeichnet ist.

Prof. Dr. John Erpenbeck spannt die Brücke von der Selbstorganisation des Lernens über die Neuropsychologie zu Werten. Er greift die Entwicklungen zur Kompetenzgesellschaft und zur Digitalisierung auf und untersucht die Rollen von Emotionen und Motivationen im Lernprozess. Die Digitalisierung führt zu einem radikalen Wandel des Lernens. Der Autor zieht vor dem Hintergrund aktueller Forschung fundamentale Schlussfolgerungen aus Selbstorganisationstheorie und Neurobiologie für die Kompetenzentwicklung im Netz.

Im Zeitalter der Denkmaschinen verändern sich die Anforderungen an die menschliche Denkfähigkeit grundlegend. Stefan Holtel plädiert für eine kognitive Literalität, eine menschliche Denkfähigkeit, die deutlich über die heutige Medienkompetenz hinaus geht. Um kognitiven Computern auf Augenhöhe zu begegnen, braucht es verschiedene Fähigkeiten: Kreativität, Veränderungsfähigkeit und IT-Anwendungsfähigkeit.

Kompetenzentwicklung im Netz hat zur Folge, dass Lernen immer mehr in die Hände der Lernenden gelegt wird. Damit ändert sich auch die Rolle vieler jetzt noch nur „Lehrender“. Nicht Wissen, sondern Handlungs-Kompetenz wird verlangt. Wie sich Lernen in Organisationen verändert, wie neue Lern-Dienstleistungen dort aussehen werden, und welche Learning Experts es dann braucht, analysiert Karlheinz Pape in seinem Beitrag. Er leitet grundlegend veränderte Kompetenzanforderungen und Auswahlkriterien an diese Lernbegleiter ab. Lernen findet schon heute überwiegend in Netzwerken statt. Lern-Dienstleister müssen deshalb selbst Vorbilder im Netzwerk-Lernen sein

Zielorientierte Kompetenzentwicklungs-Prozesse benötigen Kompetenz-Messysteme, die von allen Beteiligten akzeptiert werden, die eine „Soziale Validität“ aufweisen. Simon Sauter beschreibt am Beispiel der am weitesten entwickelte und verbreitete Erfassungssystem-Verfahren für Kompetenzen ist KODE® und KODE®X den gesamten Prozess, von der Entwicklung der Kompetenz-Modelle und Soll-Profile bis zur Messung und Integration in den Führungsprozess.

In kompetenzorientierten, digitalisierten Lernsystemen verändern sich die Rollen aller Beteiligten. Prof. Dr. Werner Sauter leitet daraus ab, dass ein konsequentes Veränderungsmanagement erforderlich ist, um eine nachhaltige Implementierung zu sichern. Dies gilt für alle Bildungsbereiche, von der Schule über die Hochschule bis zu den Unternehmen. Diese Veränderungsprozesse benötigen eine professionelles Projektmanagement, das die Phasen der Analyse, des normativen Orientierungsrahmens, der strategischen Rolle des Bildungsbereiches, der operativen Gestaltung und Erprobung sowie des Rollouts umfasst.

Lernen in Schulen

Erfolgreiche Kompetenzentwicklung setzt Eigenverantwortung und Selbstorganisation, Lernen in realen Herausforderungssituationen sowie die Anwendung und Bewährung in der eigenen Lebenswelt voraus. Die heutigen Bildungssysteme in Schulen ignorieren diese Anforderungen und verhindern damit die notwendige Entwicklung der Kompetenzgesellschaft. Wie können geeignete Konzeptionen dafür gestaltet werden?

Christian Czaputa gibt einen grundlegenden Überblick über die pädagogischen Nutzungsmöglichkeiten eines Computers in der Schule im Sinne eines digitalen Lernpartners und reflektiert diese Methoden auf Basis eines kompetenzorientierten Unterricht der Sekundarstufe I. Er entwickelt er Einsatzszenarien mit dem Ziel der Kompetenzentwicklung für „digitale Lernhelfer“ und ihr Zusammenspiel mit menschlichen Lernbegleitern am Beispiel von Praxis- und fiktiven Fallbeispielen.

Thomas Schmidt zeigt auf, dass gerade für die Entwicklung von entscheidenden Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Beurteilungsvermögen, Entscheidungsfähigkeit, Zusammenarbeit oder schöpferische Fähigkeit der Lernpartner Computer wertvolle Dienste leisten kann, wofür er beispielhaft didaktische Konzepte und konkrete Umsetzungsvorschläge für den Schulunterricht vorstellt.

In den Schulen sowie der Kinder- und Jugendarbeit findet die sog. “Maker-Bewegung” wachsenden Niederschlag. Dabei werden mit Kindern Spiele und andere Apps programmiert, Modelle für den 3D-Drucker modelliert, Roboter gelötet oder am Schneidplotter beflockte Folien für T-Shirt-Applikationen ausgeschnitten. Dr. Sandra Schön und Dr. Martin Ebner stellen die Entwicklungen und Hintergründe der. “Maker-Bewegung” rund um das kreative digitale Gestalten vor und zeigen auf, wie Maker-Aktivitäten in den Schulunterricht einfließen bzw. in der Freizeit der Kinder und Jugendlichen angeboten werden.

In seinem zweiten Beitrag Thomas Schmidt plädiert dafür, dass die Lehrenden Rahmenbedingungen schaffen, in denen ihre Schüler handelnd mit Wissensbausteinen umgehen und ihre Kompetenzen ausprägen, so dass ein nachhaltiges Lernen möglich wird. Er fordert ein menschengerechtes Lernen, bei dem bewusst, gezielt und sinnvoll moderne Medien eingesetzt werden, um den Schülern zu helfen, das Lernen neu zu erleben. Wer emotional beteiligt ist, ist stärker involviert, dringt tiefer in die Materie ein und ist motivierter. Vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus der Gehirnforschung zeigt der Autor auf, wie Lernarrangements mit dem Lernpartner Computer in der Schule gestaltet werden können.

Das Ziel von Learning Analytics besteht darin große Datenmengen (Big Data) im Kontext von Lehren und Lernen zu sammeln, zu analysieren und zu interpretieren um neue Erkenntnisse für die Gestaltung der Lernprozesse zu gewinnen. Ein wesentlicher Punkt dabei ist die Rückführung des gewonnen Wissens an die Lehrenden und Lernenden, um das Lehr- und Lernverhalten individueller und optimierter zu gestalten und die Entwicklung von Kompetenzen in dem Bereich zu fördern. Behnam Taraghi, Markus Ebner, Dr. Martin Ebner und Martin Schön erläutern anhand konkreter Beispiele die Möglichkeiten von Learning Analytics im Unterricht und stellen dar, wie Kompetenzen durch individualisierte Auswertungen im Schulbereich gebildet werden können. Sie geben einen Überblick über bestehende Systeme zur Analyse des Lernverhaltens und der Lernaktivitäten.

Lernen in Hochschulen

Auch in den Hochschulen wird eine radikale Veränderung der Strukturen und der Lernkultur erforderlich, um der Kompetenzkatastrophe zu widerstehen. Studierende sind „lernfähig, aber unbelehrbar“ (Siebert 2015). Diese Erkenntnis muss sich endlich in den Lernkonzeptionen der Hochschulen niederschlagen.

Dr. Claudia Bremer beschreibt und bewertet umfassend den aktuellen Einsatz digitaler Medien in der Hochschullehre, sehr viel Wissensaufbau und wenig Kompetenzentwicklung: Unterlagen werden über Lernplattformen bereitgestellt, Selbstlernphasen mit digital bereitgestellten Aufgaben angereichert und oftmals werden auch Vorlesungen aufgezeichnet und Prüfungen digital gestützt durchgeführt. Auch in Präsenzsitzungen selbst kommen so genannte Class oder Audience Response Systeme (CRS oder ARS) zur Aktivierung von Studierenden zum Einsatz. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die verschiedenen Anwendungsbereiche und zeigt Beispiele zum aktuellen Umsetzungsstand.

Dr. Markus Lermen geht in seinem Beitrag darauf ein, welche neuen Formate des Lernens in Hochschulen sich abzeichnen und wie diese zu einer Veränderung der akademischen Lehre führen (könn(t)en). Es geht dabei nicht um die Nutzung einer neuen Technologie um der Technologie willen, sondern im Vordergrund steht die Frage nach dem inhaltlich-didaktischen Mehrwert des Einsatzes.

Prof. Dr. Gabi Reinmann zeigt anschaulich auf, wie kompetenzorientierte Lernszenarien im Hochschulstudium verankert werden können. Sie fordert, dass man nicht mehr überprüft, ob Studierende Forschungsergebnisse widergeben können, sondern dass Studierende ihre Kompetenzen im forschenden Lernen aufbauen. Lehren als Begleiten forschenden Lernens ist möglich in Projektseminaren, in (eigenständigen) Projekten, gegebenenfalls auch in Kolloquien, wenn diese entlang des Forschungshandelns angeordnet sind. Lehren, Lernen und Forsch wachsen zusammen.

Learning Analytics werden heute vor allem im Hochschulbereich eingesetzt. Philipp Leitner und Dr. Martin Ebner analysieren die Möglichkeiten von Learning Analytics in Hochschulen. Mit einer Auswahl von Tools, Frameworks und Systeme zeigen sie auf, welche Möglichkeiten die Technik nach dem momentanen Stand bietet und welche Tools aktuell von Bedeutung sind. Abschließend zeigen Sie Trends und Innovationen von Learning Analytics an Hochschulen auf und untersuchen, welche Chancen zur Ermöglichung von Kompetenzentwicklungs-prozessen Learning Analytics bieten.

Prof. Dr. Bernhard Schmidt-Hertha und Prof. Dr. Rudolf Tippelt geben auf Basis aktueller Studien einen Überblick über die Kompetenzen Erwachsener im Umgang mit digitalen Medien in Abhängigkeit von verschiedenen Variablen. Dabei zeigen sie u.a. dass diese Aneignungsprozesse in hohem Maße kontextgebunden sind. Die Entwicklung von Kompetenz im Erwachsenenalter hängt dabei weniger vom kalendarischen Alter als von der aktuellen Lebenslage, die Lernanregungen im Umfeld und die vorangegangenen Bildungserfahrungen eines Individuums ab. Auch für die Mediennutzungskompetenz ist die Lebenslage entscheidend.

Lernen in Unternehmen

Auch die betriebliche Bildung ist sehr stark formalistisch geprägt, Wissensweitergabe und Qualifikation im fachlich-methodischen Bereich stehen im Vordergrund. Lernmaßnahmen dienen häufig auch der rechtlichen Absicherung, beispielsweise in sicherheitsrelevanten Bereichen.

Basierend auf Studien von Oxford Economics analysiert Thomas Jenewein die Situation des Arbeitens heute und morgen. Darauf aufbauend werden neue Kompetenzanforderungen von Mitarbeitern und Führungskräften skizziert, um daraus die Bausteine zukünftiger Lernsysteme in den Unternehmen abzuleiten.

Prof. Dr. Sabine Seufert, Dr. Christoph Meier, Christian Schneider, Daniela Schuchmann und Joël Krapf zeigen in ihrem Beitrag, wie Ansätze zur Analyse und Gestaltung von Geschäftsmodellen für den Bildungsbereich in einer zunehmend digitalisierten Welt nutzbar gemacht werden können.

Dr. Daniel Stoller-Schai entwickelt ein Arbeitsmodell für die strategische Perspektive der betrieblichen Bildung, das er „Lernhaus“ nennt. Das Lernhaus ist ein Beratungs- und Denkansatz für die Gestaltung von betrieblichen Lernprozessen. Auf diese Weise können Lernprozesse entwickelt und designt werden, die die Kompetenzentwicklung in den Prozess der Arbeit integrieren.

Im Rahmen des Projektes Next Education hat der interne Bildungsanbieter der Deutschen Bahn AG, DB Training, ein grundlegend neues Geschäftsmodell der betrieblichen Bildung im Bahnkonzern entwickelt, Andreas Eckelt und Carlo-Matthias Enk, Projektleiter im Projekt Next Education, befassen sich in ihrem Beitrag mit Gestaltungsprinzipien und Elementen nachhaltig wirksamer Lernarrangements, welche den Lernpartner Computer mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in den Mittelpunkt stellen. Dabei stellen sie die entwickelten Lernlösungen, von E-Learning-Arrangements bis zum kompetenzorientierten Social Blended Learning und Workplace Learning vor. Darüber hinaus werden die Rollen und Aufgaben der Lernbegleiter aufgezeigt, welche als Trainer, Moderatoren und Tutoren die Lerner zielgerichtet unterstützen.

Dr. Tine Adler und Prof. Dr. Werner Sauter beschreiben eine Kompetenzentwicklungskonzeption für Krisenmanager in Hochleistungssystemen. Diese Lernkonzeption ermöglicht die Kompetenzentwicklung in Krisensituationen mit projektorientiertem Blended Learning, das sich schrittweise zum Workplace Learning entwickelt, in Verbindung mit dem Lernen im Netz („Social Learning“). Eine zentrale Rolle spielt dabei der Austausch und die gemeinsame Weiterverarbeitung von Erfahrungswissen der Krisenmanager.

Dr. Maik Wagner und Prof. Dr. Werner Sauter erläutern auf Basis eines internationalen Projektes, wie interkulturelle Kompetenzen bei der Bewältigung interkultureller Konflikte in der Kommunikation mit ausländischen Arbeitskollegen, Kunden oder Partnern selbstorganisiert aufgebaut werden können.

Markus Herkersdorf zeigt in seinem Beitrag am Beispiel der Kompetenzentwicklung der Zugbegleiter im neuen Gotthardtunnel, welche Möglichkeiten die heutige IT-Technologie bietet, um diesem Ziel der Kompetenzentwicklung in simulativen Umgebungen näher kommen. In diesem Projekt erfolgt die Kompetenzentwicklung vom Zug- über Leitstellenpersonal bis zu den Mitarbeitern in den Bereichen Erhaltung und Krisenintervention in einer simulationsbasierten virtuellen 3D Lern- und Trainingsumgebung. Weiterhin erläutert der Autor die Möglichkeiten von Simulationen bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, von Virtual 3D Classroom Lösungen sowie von Simulationsumgebungen für weiche Faktoren. .

Simon Sauter und Franz-Peter Staudt zeigen am Beispiel einer Open-Source-basierten Lösungen, welche funktionalen Anforderungen an Soziale Kompetenzentwicklungs-plattformen gestellt werden und wie eine ganzheitliche Lösung – vom E-Portfolio bis zum Workpad – gestaltet werden kann. Abschließend geben Sie Anregungen zur Auswahl eines bedarfgerechten Systems.

In einem weiteren Beitrag greift Franz-Peter Staudt die Frage auf, welche Möglichkeiten Learning Analytics und Workforce Analytics zur Analyse der individuellen Arbeitsprozesse in der betrieblichen Bildung bieten. Der Autor beschreibt bzw. bewertet die aktuellen Analyse-Werkzeuge. Weiterhin gibt er einen Überblick über die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz, und kommerzieller,adaptiver System, aber auch von Open Source Lösungen. Abschließend erläutert er die Einführung von Learning Analytics im Unternehmensbereich, einschließlich der Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit.

Abschließend beschreiben Prof. Dr. Klaus North und Dr. Barbara Sieber-Suter Herausforderungen und Chancen des digitalen Wandels in Bezug auf individuelle und institutionelle Kompetenzmanagementprozesse. Sie reflektieren und diskutieren Ansprüche an Kompetenz und Kompetenzentwicklung von Individuen, Institutionen und Betrieben in einer zunehmend komplexen Welt und der Einfluss technologischer Aspekte des digitalen Wandels und der Arbeit 4.0 auf das Kompetenzmanagement. Auf dieser Basis beschreiben sie, wie ein vernetztes, durch digitale Medien unterstütztes Kompetenzmanagement im Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure und dem Mensch als Kompetenzträger mit eigenen Zielen und Strategien im Mittelpunkt in der Zukunft funktionieren kann.

Glossar

In einem umfangreichen Glossar werden alle wesentlichen Begriffe im Bereich der Kompetenzentwicklung im Netz erläutert.

 

ERPENBECK, J. & SAUTER; W. (Hrsg., 2017): Handbuch Kompetenzentwicklung im Netz. Bausteine einer neuen Bildungswelt, SchäfferPoeschel Verlag Stuttgart

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