Mittelstand 4.0 – die digitale Herausforderung für das Corporate Learning

Unsere Projekte im Corporate Learning finden zum größten Teil in Großunternehmen, zunehmend auch bei überbetrieblichen Bildungsanbietern, statt. Der Mittelstand spielt trotz unserer Bemühungen leider eine eher untergeordnete Rolle. Dies beklagen nicht nur wir, sondern die meisten unserer Kollegen. Dabei betreffen die Herausforderungen, die im Zuge der Digitalisierung im Corporate Learning zu bewältigen sind, Unternehmen aller Größenordnungen.

Schafft es ein mittelständisches Unternehmen,

  • die Potenziale und Kompetenzen seiner Beschäftigten bedarfsgerecht zu entwickeln?
  • die Werte und damit die Unternehmenskultur im Sinne eines agilen „Mindsets“ zu gestalten?
  • den notwendigen Veränderungsprozess auf allen Ebenen zu initiieren?

Volker Heyse, John Erpenbeck und Stephan Ortmann haben hierzu im Waxmann Verlag den Sammelband „Mittelstand 4.0 – eine digitale Herausforderung. Führung und Kompetenzentwicklung im Spannungsfeld des digitalen Wandels „ herausgegeben. Gemeinsam mit John Erpenbeck habe ich dazu auch einen Beitrag geleistet, in dem wir uns auf den Aspekt der notwendigen, radikalen Veränderung des Corporate Learning im Mitttelstand  konzentriert haben.

Mitarbeiterentwicklung zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen der mittelständischen Unternehmen ist möglich, aber nur im Sinne einer „Ermöglichungsdidaktik“. Diesen Anforderungen können „klassische“ Personalentwickler häufig nicht mehr gerecht, weil sie vor allem Kompetenzen für die Gestaltung formeller, fremdgesteuerter  LERHmaßnahmena aufgebaut haben, zukünftig aber selbstorganisierte, personalisierte LERNprozesse ermöglichen sollen. Für betriebliche und überbetriebliche Bildungsanbieter, aber auch für Verbände von mittelständischen Unternehmen,  eröffnen sich damit neue, attraktive Rollen, sofern sie ihre Geschäftsmodelle radikal verändern.

Die wesentliche Aufgabe dieser überbetrieblichen Partner des Mittelstands  besteht  zukünftig darin, aus den gemeinsamen strategischen Zielen und dem Werterahmen  ihrer Kunden bzw. Mitglieder einen Ermöglichungsrahmen zu entwickeln und laufend zu optimieren, der individuelle Werte- und Kompetenzentwicklungsprozesse im Prozess der Arbeit ermöglicht. Dieser wird jeweils  in einem gemeinsamen Prozess j auf die spezifischen Bedürfnisse bzw. Ziele und Inhalte der mittelständischen Kunden angepasst. Damit können deren Mitarbeiter  ihre didaktisch-methodische Entwicklungsplanung und ihre personalisierten Lernprozesse selbstorganisiert umsetzen.

Aus diesen Anforderungen leitet sich folgende (verkürzte)  Mission der überbetrieblichen Bildungspartner (Bildungsanbieter, Verbände)  im Mittelstand, die sich an der veränderten, digitalisierten Arbeitswelt orientiert, ab: Sie ermöglichen

  • die Anpassung einer professionellen, zukunftsorientierten Lösung für das Corporate Learning auf die jeweiligen Bedürfnisse des mittelständischen Unternehmens,
  • die professionelle Umsetzung einer Lernkonzeption, die alle aktuellen Erkenntnisse der Pädagogik, der Psychologie und der Hirnforschung berücksichtigt,
  • die pragmatische Anwendung einer Ermöglichungsdidaktik, die selbstorganisiertes Lernen fördert, so dass  Wissensaufbau, Qualifizierung sowie Werte- und Kompetenzentwicklung  in die Eigenverantwortung der Mitarbeiter gelegt werden,
  • das Lernen mit  einem  dynamischen Ermöglichungsrahmen, der die Basis für innovative Lernarrangements, vom E-Learning, über Blended Learning und Social Learning bis zum Social Workplace Learning, bildet
  •  die personalisierte Entwicklung der zukünftig notwendigen Werte und Kompetenzen sowie den bedarfsgerechten Wissensaufbau und die Qualifikation dre Mitarbeiter  entsprechend ihrer individuellen Herausforderungen,
  • effiziente  Entwicklungsprozesse mit einer professionellen Lernbegleitung,
  • den Aufbau der notwendigen Kompetenzen der eigenen Lernbegleiter und der Führungskräfte in den jeweiligen Unternehmen als Entwicklungspartner ihrer Mitarbeiter.
  • den Mitarbeitern selbstorganisierten und eigenverantwortlich,  unabhängig, offen und kollaborativ mit Würde, Respekt, Achtung, Toleranz und Akzeptanz auf Augenhöhe zu handeln.

Damit ist auch mittelständischen Unternehmen der professionelle Aufbau eines  Werte- und Kompetenzmanagement möglich, um die berufliche Handlungsfähigkeit der Beschäftigten sowie ihrer Führungskräfte und damit die angestrebte Performanz heute und in der Zukunft zu sichern,

Insbesondere mittelständische Unternehmensverbände, aber auch überbetriebliche Bildungsanbieter. sollten  deshalb ihre Geschäftsmodelle radikal verändern, wenn sie auch noch in der Zukunft ihre Rolle erfolgreich spielen wollen.

 

 

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